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Mit breiter Unterstützung
durch die betroffenen Kreise (15 Berufs- und Interessenverbände)
wurde am 14. Mai in Berlin der Verein "Deutsche Prüfstelle für
Rechnungslegung (DPR) e.V." gegründet. Zweck des Vereins ist die
Trägerschaft einer unabhängigen Prüfstelle für Rechnungslegung. Die
Bundesregierung hatte am 21. 4. 2004 den Entwurf des
Bilanzkontrollgesetzes verabschiedet, der die Möglichkeit zur
Errichtung einer solchen Prüfstelle vorsieht.
Die Prüfstelle soll - unabhängig von der Abschlussprüfung durch die
WP oder einer gerichtlichen Überprüfung - bekannt gewordenen
Zweifeln an der Richtigkeit der Jahres- oder Konzernabschlüsse
kapitalmarktorientierter Unternehmen nachgehen. Auch kann sie von
sich aus stichprobenweise Abschlüsse kapitalmarktorientierter
Unternehmen in Einzelpunkten nachprüfen. Die Tätigkeit der
Prüfstelle für Rechnungslegung wird durch eine Umlage finanziert,
die im Zusammenhang mit der Börsennotierung von den betroffenen
Unternehmen aufzubringen ist. In den für die Verwaltung des Vereins
zuständigen Vorstand wurden berufen:
-
Dr. Werner Brandt,
Finanzvorstand der SAP AG und Mitglied im Vorstand des DRSC,
Walldorf (Vorsitzender);
-
Dr. Wolfgang Sprißler,
Finanzvorstand der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG, München
(stellv. Vorsitzender);
-
Roland Oetker, Präsident
der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e. V. (DSW),
Düsseldorf (Schatzmeister);
-
Dr. Karl-Gerhard Eick,
stellv. Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der Deutschen
Telekom AG, Bonn;
-
Dr. Harald Ring,
Vorstandsvorsitzer des IDW, Düsseldorf.
Gleichzeitig wurde ein Nominierungsausschuss eingerichtet. Diesem
obliegt es, die Mitglieder der Prüfstelle auszuwählen, die für die
Durchführung der konkreten Überprüfungen zuständig sein werden.
Hierfür ist ein öffentliches Ausschreibungsverfahren vorgesehen. Das
BMJ und das BMF müssen der vom Nominierungsausschuss getroffenen
Auswahl zustimmen. Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind:
-
Prof. Dr. Axel von
Werder, Technische Universität Berlin;
-
Dr. h.c. Klaus G. Adam,
Vorstandsvorsitzender der Landesbank Rheinland-Pfalz, Mainz;
-
Dr. Diethart Breipohl,
Mitglied des Aufsichtsrats der Allianz AG, München;
-
Ulrich Hocker,
Hauptgeschäftsführer der DSW, Düsseldorf;
-
Dietmar Hexel, Mitglied
des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Deutschen
Gewerkschaftsbundes, Berlin;
-
Hubert Graf von Treuberg,
Präsident der WPK, Berlin sowie
-
Dr. Werner Brandt als
Vorsitzender des Vereinsvorstands.
Mit der Gründung der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung e.V.
ist, so der Kommentar von Klaus-Peter Naumann, Vorstandssprecher des
IDW, ein maßgeblicher Schritt getan, um Vertrauen in veröffentlichte
Kapitalmarktinformationen wiederzugewinnen. Bei der Ausgestaltung
der organisatorischen Grundlagen sei von allen Beteiligten darauf
geachtet worden, dass die deutsche Enforcement-Einrichtung
unabhängig ist und mit hoher Sachkunde ihre Aufgaben erfüllen kann,
sodass wesentliche Voraussetzungen für eine öffentliche Anerkennung
erfüllt sind. Das IDW hatte die Diskussion über eine solche
Enforcement-Einrichtung in Deutschland vor einigen Jahren initiiert
und sich mehrfach nachdrücklich für eine privatwirtschaftliche
Lösung ausgesprochen. Maßgebliche Unterstützung erfuhr das Projekt
durch die Regierungskommission "Corporate Governance" unter Leitung
von Prof. Baums sowie durch den Arbeitskreis "Rechnungslegung und
Abschlussprüfung" unter der Leitung der Prof. Baetge/Lutter.
Das IDW geht davon aus, dass die erforderliche Anerkennung der
Prüfstelle durch das BMJ unter Berücksichtigung der noch zu
erarbeitenden Verfahrensordnungen bald erlangt werden kann und dass
die Prüfstelle nach Auswahl der Prüfer in Kürze ihre Arbeit
aufnehmen kann (Pressemitteilung des IDW vom 14. 5. 2003).
Quelle: DER BETRIEB, 19.05.2004
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