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Neuausrichtung des DSRC (Text einer offiziellen DRSC-Pressemeldung)
 
 

Der Standardsetter der deutschen Rechnungslegung in neuer Struktur:

Internationalisierung wesentlicher Fokus bei Neuorganisation des DRSC (Berlin, 27.03.2003) Das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC), die Standardisierungsorganisation für die deutsche Rechnungslegung, hat auf einer Mitgliederversammlung in Berlin eine grundlegende Neuausrichtung beschlossen. Mit einer neuen Führungsspitze und einer überarbeiteten Gremienstruktur will der DRSC die internationale Standardisierungsarbeit verstärkt aktiv mitgestalten und dabei die Belange der deutschen Wirtschaft einbringen.

 Neuer Vorsitzender des Vorstands des DRSC ist Prof. Dr. Harald Wiedmann, Sprecher des Vorstands der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. In den dreiköpfigen Vorstandausschuss wurden Dr. Helmut Perlet (Allianz) als Stellvertreter und Dr. Werner Brandt (SAP) als Schatzmeister gewählt. Das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee e.V. (DRSC) stellt sich mit einer inhaltlichen und organisatorischen Neuausrichtung auf den internationalen Wandel bei Rechnungslegung und Bilanzierung ein.

Zentrale Zielsetzung des DRSC ist es, die Belange der deutschen Wirtschaft in internationalen Standardisierungsgremien wie dem IASB und dem FASB einzubringen. "Die deutsche Rechnungslegung befindet sich im internationalen Vergleich auf einem hohen Niveau. Das ist vor allem ein Verdienst des DRSC und seiner Arbeit in den letzten Jahren," so Prof. Dr. Harald Wiedmann, neuer Vorsitzender des Vorstands des DRSC. "Die Internationalisierung im Rechnungswesen schreitet jedoch rapide fort. Durch unsere Neuausrichtung stellen wir uns dieser Herausforderung. Zentrales Ziel unserer Arbeit ist es, die Interessen der deutschen Wirtschaft in den internationalen Standardisierungsgremien gebührend zu vertreten. Parallel wollen wir gemeinsam mit dem Bundesministerium der Justiz unsere nationalen Lösungen wettbewerbsfähig weiterentwickeln." Zwei Entwicklungen sind für die internationalen Veränderungsprozesse in der Rechnungslegung und ihrer Auswirkungen auf die deutschen Unternehmen maßgebend.

Zum einen, die seit 2002 auf EU-Ebene geltende gesetzlichen Vorgabe, dass ab dem Jahr 2005 alle kapitalmarktorientierten Gesellschaften in Europa verpflichtend nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard IAS ihre Konzernabschlüsse erstellen müssen. Zum zweiten, die zunehmende Präsenz deutscher Unternehmen am U.S.-amerikanischen Börsenplätzen. Damit verbunden ist die Verpflichtung auch Jahres- und Zwischenberichte nach dem amerikanischen Bilanzierungsstandard US GAAP, mindestens in Form einer Überleitungsrechnung vorzulegen. Zur Neugestaltung des DRSC gehört auch eine Anpassung der Standardisierungsprozesse an internationale Gepflogenheiten. Zukünftig werden daher alle Phasen der Entwicklung der Rechnungslegungsstandards öffentlich ablaufen. So wird allen Betroffenen, also vor allem den Unternehmen, den Verbänden und der Wissenschaft, die Möglichkeit zur Stellungnahme und Meinungsäußerung gegeben. Der Standardisierungsrat (DSR), das eigentliche Standardisierungsgremium innerhalb des DRSC, erarbeitet nach Abschluss des öffentlichen Diskussionsprozesses im Rahmen eines Standardisierungsvertrages die eigentlichen gesetzlichen Grundlagen. "Mit diesem überarbeiteten Prozess der Standardisierung werden in effizienter Weise die Bedürfnisse der Unternehmen sowie die notwendigen staatlichen Rahmenbedingungen integriert und gemeinsam umgesetzt.", so Prof. Dr. Wiedmann. Die inhaltliche Fokussierung des DRSC wird begleitet durch eine Neuorganisation der Gremienstruktur.

Die privatrechtliche Standardisierungsorganisation, derzeit von 137 deutschen Unternehmen und Einzelmitgliedern getragen und finanziert, wird zukünftig von einem Vorstand, bestehend aus maximal 14 Mitgliedern, geführt. In der Funktion des Vorsitzenden folgt Prof. Wiedmann dem langjährigen Vorsitzenden Dr. Jürgen Krumnow (Deutsche Bank) nach. Krumnow habe als Gründungsmitglied des DRSC die Arbeit der Standardisierungsorganisation seit 1998 entscheidend geprägt und damit die hohe Qualität der deutschen Rechnungslegung wesentlich beeinflusst, so Wiedmann. Auch Dr. Werner Seifert (Deutsche Börse) bisheriger stellvertretender Vorsitzender des Vorstands des DRSC, scheidet aus seinem Amt. Seifert war in den letzten Jahren ebenfalls "einer der Motoren der Standardisierungsarbeit in Deutschland", so Wiedmann. Neben dem neuen dreiköpfigen Vorstandsausschuss bestehend aus Prof. Dr. Wiedmann (Vorsitzender), Dr. Helmut Perlet (Stellvertreter) und Dr. Werner Brandt (Schatzmeister) gehören dem Vorstand des DRSC zusätzlich an: Prof. Dr. Clemens Börsig (Deutsche Bank), Prof. Dr. Adolf Coenenberg (Universität Augsburg), Dr. Manfred Gentz (DaimlerChrysler), Karl-Ludwig Kley (Lufthansa), Heinz Joachim Neubürger (Siemens), Prof. Dr. Bernhard Pellens (Ruhr-Universität Bochum), Dr. Klaus Sturany (RWE) und Hans Wagener (PricewaterhouseCoopers).

Der Vorstand wird durch Wahl in Kürze den Standardisierungsrat um neue Mitglieder ergänzen. Dabei ist vorgesehen, dass Prof. Pohle (bisher Finanzvorstand bei Schering) den Vorsitz übernimmt.

 


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 letzte Aktualisierung 12.01.05